Indymedia-Artikel zur Demonstration

Am Samstag, den 16.07.2011 fand in München eine queerfeministische, antifaschistische Demonstration unter dem Motto „Bash Back“ gegen den „Festkommers“ der „Burschenschaftlichen Gemeinschaft“ (BG) in München statt. An der Demonstration beteiligten sich ca. 300 Leute, die lautstark und bunt durch die Münchner Viertel Bogenhausen, Haidhausen und an den dort beheimateten Häusern der Burschenschaften Danubia und Cimbria vorbei demonstrierten.

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Schminktermin!

Am 16. Juli gibt es ab 13 Uhr im Kafe Marat die Möglichkeit, sich vorab zu treffen, um sich für die Demo umzuziehen und aufzustylen. Diverse Klamotten, Bärte und Schminkmöglichkeiten sind zwar vorhanden, aber es sollte auch eigenes Material mitgebracht werden. Ihr könnt dieses auch gerne schon einige Tage vorher im Kafe an der Theke abgeben.

Interview auf Indymedia

Am kommenden Wochenende (15./16.7.2011) plant die „Burschenschaftliche Gemeinschaft“ (BG) – der rechteste unter den Burschenschaftsdachverbänden – einen Festkommers anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens in München. Dagegen ruft das queer-feministische Antifa-Bündnis „bash back“ zu Gegenprotesten und einer Demonstration auf.

Über die Gegenproteste und den geplanten queer-feministischen Block auf der Demo haben wir mit Claude von „bash-back“ gesprochen.

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Artikel auf Indymedia

Für das kommende Wochenende (15. und 16. Juli 2011) kündigt die „Burschenschaftliche Gemeinschaft“ (BG) einen so genannten „Festkommers“ anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens in München an. Gegen dieses Treffen des radikal rechtesten burschenschaftlichen Dachverband kündigt das queer-feministische Antifa-Bündnis „Bash Back“ Proteste an. Der folgende Artikel soll einen Überblick über die Proteste und Hintergründe zu dem Treffen der Burschenschafter* geben.

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Zeitungsartikel zu Burschenschaften

In den letzten Tagen gabe es einige Zeitungsartikel, die sich mit den aktuellen Entwicklungen in der „Deutschen Burschenschaft“ (DB) und den Aktivitäten der „Burschenschaftlichen Gemeinschaft“ (BG) befassen. Hier eine kleine (unvollständige) Sammlung:

DIY #2

Dienstag: Basteln für die Demo am 16. Juli

Am Dienstag, den 12. Juli wollen wir ab 19 Uhr im Kafe Marat für die „Bash Back!“-Demo basteln. Wir wollen schicke Schilder, Transparente und was Euch sonst noch so einfällt, erstellen. Es wird einiges an Karton, Farben usw. da sein, es wäre aber super wenn Ihr selbst noch was mitnehmt. Gerne auch eigene Ideen.

Wir sehen uns!

Mobivideo

DIY statt nur dabei

Dienstag: Basteln für die Demo am 16. Juli

Am Dienstag, den 5. Juli wollen wir ab 19 Uhr im Kafe Marat für die „Bash Back!“-Demo basteln. Wir wollen schicke Schilder, Transparente und was Euch sonst noch so einfällt, erstellen. Es wird einiges an Karton, Farben usw. da sein, es wäre aber super wenn Ihr selbst noch was mitnehmt. Gerne auch eigene Ideen.

Der nächste offene Bastel-Termin ist am Dienstag, den 12. Juli

Wir sehen uns!

Veranstaltungsort des Kommers geplatzt

Für den 16. Juli 2011 hatte die rassistische, deutschnationalistische „Burschenschaftliche Gemeinschaft“ (BG) einen so genannten „Festkommers“ – also eine Feier von Burschenschaften, bei der traditionellerweise Lieder gesungen und Reden gehalten werden – angekündigt und als Veranstaltungsort das „Sudetendeutsche Haus“ in der Münchner Hochstraße gewählt. Nun wurde bekannt, dass der Vorstand der „Sudetendeutschen Stiftung“ seine Überlassungszusage wieder zurückgenommen hat und die BG somit knappe 3 Wochen vor dem Kommers ohne Veranstaltungsort da steht.

Herausgekommen war dies – laut der antifaschistischen informations-, dokumentations- und archivstelle (a.i.d.a.) – durch eine durch eine Anfrage des Landtagsabgeordneten der Grünen, die die geplante Burschenschafterveranstaltung zum Inhalt hatte. Daraufhin setzte sich das Staatsministerium mit der „Sudetendeutschen Stiftung“ in Verbindung und erhielt ein Antwort, in der mitgeteilt wurde, dass „keine mietvertragliche Überlassung“ erfolgt sei. Gleichzeitig versuchte das „Sudetendeutsche Haus“ sich halbgar von Veranstaltungen mit „rassistischen, antisemitischen, diskriminierenden oder antidemokratischen Inhalten“ zu distanzieren.

Aber das „Sudetendeutsche Haus“ hatte bereits in der Vergangenheit durch extrem rechte Veranstaltungen die Aufmerksamkeit von Antifaschist_innen erregt; so war zuletzt eine Veranstaltung zum Thema „Mitschuld der Antifaschisten am 2. Weltkrieg“ angekündigt worden, die erst nach antifaschistischen Interventionen abgesagt wurde.

Unabhängig von der Landtagsanfrage hatte ein Bündnis verschiedener linksradikaler und antifaschistischer Gruppen zu einer Demonstration gegen den Kommers am 16. Juli aufgerufen, was die Entscheidung der „Sudetendeutschen Stiftung“ noch weiter beeinflusst haben dürfte.

Das linksradikale und antifaschistische Bündnis „Bash Back!“ wertet den Verlust des Veranstaltungsortes als klaren antifaschistischen Erfolg und Ergebnis einer kontinuierlichen Arbeit im Vorfeld des Burschenschaftskommers.

Die Demonstration gegen den geplanten Festkommers und die rassistische, deutschnationale und sexistische Hetze der „Burschenschaftlichen Gemeinschaft“ wird – ganz unabhängig, ob die BG noch eine Ausweichmöglichkeit finden kann – stattfinden.

Aufruf zur queer-feministischen, antifaschistischen Demonstration

Den deutschen Normalzustand angreifen – Männerbünde auflösen!

Gegen den Burschenschaftskommers der Burschenschaftlichen Gemeinschaft (BG) im Sudetendeutschen Haus rufen wir zu einer queer-feministischen und antifaschistischen Demonstration auf. Burschenschaften fühlen sich als „männliche Elite“ Deutschlands, die sich durch sozialchauvinistische, rassistische, antisemitische und sexistische Ausschlüsse definiert. Burschenschaften sind totalitäre Männerbünde, die von ihren Mitgliedern lebenslange „Treue“ , „Ehre“ und das Bekenntnis zum „deutschen Vaterland“ einfordern. Innerhalb ihrer Strukturen bilden sie dabei durch ihre Befehlsstruktur und deren Praktiken von Unterwerfung einen autoritären Männlichkeitstyp heraus. In verschiedenen Ritualen beweisen sie sich gegenseitig ihre „Härte“, ihr „Durchhaltevermögen“ und ihre „Männlichkeit“. Dazu gehören sowohl ritualisierte Besäufnisse, als auch bei schlagenden Burschenschaften der militaristische Akt des „Mensurfechtens“ mit dem der vollwertige Eintritt in diese besiegelt wird. Burschenschaften vertreten ein strikt heteronormatives Geschlechtermodell. Begründet liegt dies in ihrem biologistischen Weltbild. Männer* und Frauen* sind für sie Teil einer natürlichen Ordnung. Damit einher gehen entsprechende Rollenerwartungen an die Geschlechter, die sich gegenseitig begehren sollen und in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung bestimmte Aufgaben zu erfüllen haben. Das heißt, dass reproduktive Arbeit noch immer in das Aufgabenfeld von Frauen* fällt, während auf die sogenannte produktive Arbeit, sowie auf Wissenschaft und Politik männliche Hegemonialansprüche gestellt werden. Dieses Weltbild ist bei den Burschenschaften zwar besonders offensichtlich – es ist aber nicht „nur“ die Meinung einer rechten Randgruppe, sondern prägt den deutschen Normalzustand.
In diesen gesellschaftlichen Verhältnissen genießen diejenigen, die dem Bild der heterosexuellen, gebildeten, weißen Männlichkeit entsprechen, weitgehende Privilegien. Daraus folgen Benachteiligungen und massive Ausschlüsse derer, die nicht in dieses Bild passen können oder wollen. Diese patriarchalen Zustände, die unser Leben strukturieren, gilt es zu bekämpfen!

Bash Back! Für eine kämpferische, queer-feministische Bewegung!

Für uns bedeutet Queer mehr als nur eine Bezeichnung für schwul/lesbische Lebensentwürfe. Queer ist auch mehr als ein Theorieansatz, der in Universitäten diskutiert wird. Die Brüchigkeit, aber auch die Zwänge der Geschlechterkategorien „Mann“ und „Frau“ sind im Alltag ganz konkret erfahrbar, wenn wir ihre Grenzen überschreiten. Wir rufen Irritation und oft auch Feindseligkeit hervor, wenn wir unsere zugeschriebene Geschlechterrolle nicht einfach hinnehmen, wir nicht der heterosexuellen Norm entsprechen, wenn wir uns jenseits der Zweigeschlechtlichkeit definieren, oder definiert werden. Sexualität und Geschlecht sind nicht „natürlich“, sondern durch und von Machtverhältnissen beeinflusst und von diesen hervorgebracht, also kulturell produziert. Und dabei muss in Theorie und Praxis Geschlecht auch im Zusammenhang mit Rassismus und Klasse gesehen werden. Dabei ist uns wichtig, die real existierenden Geschlechter- und die damit verbundenen Machtverhältnisse nicht zu ignorieren und zu verschleiern. Feministische Positionen und Interventionen sind in dieser Gesellschaft immer noch bitter notwendig, um die existierenden patriarchalen Strukturen aufzubrechen und zu überwinden.

Gegen Macker und Sexist_innen!

Antisexismus darf sich nicht nur in Texten und in Phrasen ausdrücken – um den sexistischen Normalzustand zu überwinden, gilt es Patriarchat und Zweigeschlechtlichkeit immer und überall anzugreifen. Antisexismus fängt bei uns selbst an. Wir sind alle sozialisiert innerhalb der zweiteiligen und hierarchischen Geschlechterordnung. Um diese zu überwinden, müssen wir auch die Machtverhältnisse innerhalb unserer eigenen Beziehungen, unserer Aktionen und in unserem Alltag hinterfragen und sichtbar machen. Männliche Dominanz, Macker- und Heldentum gibt es auch innerhalb einer emanzipatorischen Linken. Dabei möchten wir nicht mit dem Finger auf andere zeigen, sondern möchten eine solidarische, konstruktive und selbstkritische Auseinandersetzung. Es geht uns auch nicht darum, militante Aktionsformen als „mackerhaft“ zu diffamieren, sondern um ein Konzept von Militanz, das für jede_n zugänglich ist. Militanz drückt sich für uns in der Unversöhnlichkeit, in der „offenen Feindschaft“ mit den bestehenden Verhältnissen aus – und nicht darin, bestimmte Aktionsformen über andere zu stellen, wie laut oder wie stark wir sind und wie groß unsere Opferbereitschaft ist.

Let’s get it on!

Wir möchten die Burschenschaften in all ihren widerwärtigen Facette angreifen! Gleichzeitig soll diese Demonstration ein Raum sein, in dem sich alle – unabhängig davon in welchem Geschlecht wir sozialisiert sind und wie wir uns selbst bezeichnen – wohlfühlen! Der Umgang mit der Kategorie „Geschlecht“ enthält immer auch eine Handlungsperspektive. Geschlecht konstruiert sich maßgeblich durch Normen und normkonformes Verhalten. Durch Kleidung, Körperhaltung, Ausdruck reproduzieren wir jeden Tag Geschlecht auf’s Neue. Aber genau diese Normen können auch immer wieder auf’s Neue gebrochen werden. So soll diese Demo einen Rahmen bilden, der es ermöglicht kollektiv diese Normen zu brechen.

Get dressed! Get loud! Get angry! Bash Back!

Im queer-feministischen Block kämpferisch und kreativ Mackertum, den (hetero-)sexistischen, patriarchalen Normalzustand und jegliche Männerbündelei angreifen!


Info

Am 15. und 16. Juli findet in München ein Festkommers zum 50jährigen Bestehen der rassistischen, sexistischen und deutsch- nationalistischen Burschenschaftlichen Gemein- schaft (BG) statt. Gegen diese Veranstaltung rufen wir zu Protesten auf!

Antifaschistische Demo:

16.07.2011, 16.30 Uhr, Prinzregentenplatz

Ermittlungsausschuss:

(089) 448 96 38

Unterstützer_innen

AAUD
Assoziation Autonomer Umtriebe Dachau


AKA_MUC
Autonome Gruppe aus München


ANARK TS
Antifaschistischer Arbeitskreis Traunstein


ANTIFA NT
Autonome Antifa München


ANTIFA|S
Autonome Antifa aus Salzburg


ASAB_M
Antisexistisches Aktionsbündnis München


COLLETIVO CONTRO CORRENTE
Autonome Gruppe aus München


DAFA
Antifaschistische Aktion Dachau


EAAM
emanzipatorische autonome antifa München


INFOGRUPPE ROSENHEIM
Autonome Gruppe aus Rosenheim


LINKSJUGEND SOLID
Basisgruppe München


MITTWOCHSKAFE
im Kafe Marat


RABATZ
Autonome Vernetzung


SDAJ MÜNCHEN
Sozialistische deutsche Arbeiterjugend


SDS MÜNCHEN
linker Studierendenverband


S.I.M.
Schüler_inneninitiative München